02. Ich lebe auf ein Ziel zu
Den Bogen spannen und auf den Adler zielen
Philipper 3
„Ich vergesse, was dahinten ist, und strecke mich aus nach dem, was da vorne ist.“
Atemgebet
Einatmen: Ich vergesse, was dahinten ist.
Ausatmen: Ich strecke mich aus nach dem, was vorne ist.
Körperlich
Bei dieser Übung gehst du etwas in die Breite und stabilisierst deinen Stand. Ein Arm zieht zurück wie eine gespannte Sehne, während der andere Arm nach außen zeigt. Der Körper öffnet sich seitlich. Dabei geht es nicht darum, Kraft zu zeigen. Wichtiger ist, dass Weite entstehen darf.
Innere Aufmerksamkeit
Viele Menschen bauen bei dieser Bewegung zu viel Spannung auf. Stelle dir deshalb nicht vor, dass du schießen musst. Spüre vielmehr, wie sich der Brustraum seitlich öffnet. Der Blick folgt ruhig der Hand.
Spirituelle Bedeutung
Das äußere Bild ist der Bogen. Doch das eigentliche Ziel liegt nicht draußen. Du richtest dich innerlich aus. Es geht um Klarheit, Sammlung und Gegenwart. Die Bewegung hilft dir, wach und gesammelt zu werden.
Innere Haltung:
„Ich bin gesammelt und klar.“
Typische Fehler
- Zu stark ziehen.
- Die Schultern hochziehen.
- Einen aggressiven Ausdruck entwickeln.
Besser ist es, weich zu bleiben und nur so viel Spannung aufzubauen, wie wirklich nötig ist.
Das innere Gefühl
Wenn die Bewegung stimmt, bist du gleichzeitig offen und stabil. Du bist wach, aber ruhig. Es ist wie beim meditativen Bogenschießen: Wichtiger als der Pfeil ist der innere Zustand.
Mini-Praxis
Übe heute mit dieser einfachen Aufmerksamkeit: Du zielst nicht nach außen, sondern sammelst dich innerlich.
Feldenkrais-Impuls
Frage dich bei dieser Bewegung: Wo beginnt das Ziehen wirklich?
- In der Hand?
- In der Schulter?
- Im Brustraum?
- Im Becken?
Starte die Bewegung extrem langsam und suche den ersten kleinen Impuls. So lernst du, die Bewegung feiner und bewusster wahrzunehmen.