Geistlicher Übungsweg
Ein täglicher Weg mit Bibelwort, Andacht und stiller Übung
Woche 05
Meine Empfangsfähigkeit vertiefen
Tag 03
Ich bin gerettet und erlöst
Ich bin gerettet und erlöst!
Bibeltext:
2. Mose 14,21–31
Mose streckte seine Hand über das Meer aus, und das Wasser teilte sich. Die Israeliten gingen auf trockenem Boden mitten durch das Meer.
Die Ägypter folgten ihnen mit ihren Pferden, Wagen und Reitern bis in das Meer hinein.
Gott brachte die Ägypter in Verwirrung und hielt ihr Heer auf.
Auf Gottes Befehl streckte Mose erneut seine Hand über das Meer aus. Das Wasser kehrte zurück und bedeckte die Ägypter.
Die Israeliten erreichten sicher das andere Ufer. Sie sahen die große Tat Gottes und fürchteten den Herrn. Sie vertrauten dem Herrn und Mose, seinem Diener.
Hörtext
Höre dir die Meditation oder Übung in Ruhe an.
Durch das Meer hindurch
Die Psalmen erinnern immer wieder an die große Rettung Israels: Gott führte sein Volk aus der Knechtschaft Ägyptens heraus und bahnte ihm einen Weg durch das Schilfmeer.
Was menschlich unmöglich war, wurde durch Gottes Macht zum Weg des Lebens. Das Meer, das bedrohlich vor ihnen lag, wurde nicht zum Ende, sondern zum Durchgang.
In der Osternacht wird dieses Ereignis zum Zeichen für unser eigenes Leben: Gott führt uns durch das Meer der Sünde, der Angst und des Verderbens hindurch. Nicht die Dunkelheit hat das letzte Wort, sondern seine rettende Liebe.
Darum dürfen wir mit offenen Augen leben. Wir sehen die Sünde in der Welt, die Not, die Angriffe, das Dunkle und Zerstörerische. Aber wir bleiben nicht daran hängen. Wir schauen zugleich auf den Gott, der hindurchführt.
Mein Leben steht nicht vor einem verschlossenen Meer. Gott kann auch dort einen Weg öffnen, wo ich keinen sehe.
Übung: Gott führt hindurch
Lies langsam 2. Mose 14,21–31. Versetze dich in die Situation des Volkes Israel. Vor ihnen das Meer. Hinter ihnen die ägyptische Armee. Es scheint keinen Ausweg zu geben. Und doch öffnet Gott einen Weg.
1. Meine ausweglose Situation
Denke an eine Situation in deinem Leben, in der du keinen Ausweg gesehen hast. Vielleicht war es eine Krankheit, eine schwierige Entscheidung, ein Verlust, eine Sorge oder eine Angst.
Frage:
Wo habe ich mich schon einmal wie Israel vor dem Meer gefühlt?
2. Gottes Weg entdecken
Stelle dir vor, wie sich das Meer öffnet und ein Weg sichtbar wird. Gott schafft einen Durchgang dort, wo vorher keiner zu sehen war.
Frage:
Wo hat Gott in meinem Leben überraschend einen Weg eröffnet?
3. Auf Gott schauen
Betrachte Gott in dieser Geschichte. Er sieht die Not seines Volkes. Er verlässt die Seinen nicht. Er führt, schützt und rettet.
Frage:
Was lerne ich hier über Gottes Wesen?
4. Dankbar zurückblicken
Gehe in Gedanken durch dein Leben. Erinnere dich an Situationen, in denen du erst später erkannt hast, dass Gott dich getragen und bewahrt hat.
Frage:
Für welche Bewahrung und Rettung kann ich Gott heute danken?
5. Verweilen vor Gott
Verweile einige Minuten in der Stille. Du musst nichts leisten und nichts erklären. Stehe einfach vor dem Gott, der rettet und bewahrt.
„Herr, du hast dein Volk durch das Meer geführt. Führe auch mich durch die Wege meines Lebens. Schenke mir Vertrauen, wenn ich keinen Ausweg sehe, und öffne meine Augen für deine Gegenwart. Amen.“