Du machst meine Finsternis licht
Bibeltext
Denn du, mein HERR, du bist meine Leuchte. Du machst meine Finsternis licht.
2 Samuel 22,29
Hörtext
Höre dir die Meditation oder Übung in Ruhe an.
Warum Kerzen in der christlichen Praxis wichtig sind
Kerzen gehören in vielen Religionen zu den wichtigsten Symbolen, weil Licht seit jeher für Leben, Hoffnung, Orientierung und Schutz steht. Eine Kerze verändert sofort die Atmosphäre eines Raumes und schafft Ruhe und Sammlung.
Im Christentum erinnert das Kerzenlicht besonders an Christus, das „Licht der Welt“. Deshalb spielen Kerzen in Gottesdiensten, beim Gebet und an Feiertagen wie Ostern eine große Rolle. Die Osterkerze symbolisiert Auferstehung und Hoffnung.
Kerzen wirken nicht nur symbolisch, sondern auch auf den Menschen selbst. Das ruhige Flackern hilft vielen Menschen, stiller und innerlich konzentrierter zu werden. Darum werden Kerzen oft beim Beten, Meditieren oder Gedenken entzündet.
Zugleich steht die Kerze für Hingabe: Sie verbrennt sich selbst, um Licht zu schenken. Deshalb werden Kerzen häufig für Verstorbene, Kranke oder persönliche Anliegen angezündet.
Besonders in der orthodoxen Tradition bilden Kerzen zusammen mit Ikonen, Weihrauch und Gesang eine eigene geistliche Atmosphäre. Die kleine Flamme wird dort oft als Bild des menschlichen Gebets verstanden: still, lebendig und auf Gott ausgerichtet.
Übung
Meditation: Licht in der Dunkelheit
Ich sitze in einem vollkommen dunklen Raum.
Ich werde still.
Ich spüre die Dunkelheit um mich herum. Sie ist da. Sie umgibt mich. Ich frage mich: Was bedeutet Dunkelheit für mich?
Ist sie Angst? Ruhe? Leere? Schutz?
Vor mir steht eine Kerze. Neben ihr liegt ein Streichholz. Langsam zünde ich es an. Die kleine Flamme beginnt zu leuchten.
Ich zünde die Kerze an. Jetzt ist Licht da. Sanft und ruhig.
Ich frage mich: Was bedeutet Licht für mich? Hoffnung? Nähe? Trost? Ein neuer Anfang?