Beten mit den Psalmen
Bibelwort
„Redet zueinander mit Psalmen und Lobgesängen und geistlichen Liedern.“
Epheser 5,19
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Beten mit den Psalmen
Manchmal weiß ich gar nicht mehr, wie ich beten soll.
Die eigenen Worte sind müde geworden.
Das Herz ist voll — oder leer.
Dann öffne ich die Psalmen.
Dort beten Menschen, die lachen und weinen, hoffen und zweifeln.
Menschen, die Angst haben.
Menschen, die danken.
Menschen, die Gott suchen, obwohl sie ihn manchmal kaum spüren.
Die Psalmen sind wie alte Wege durch die Seele.
Schon unzählige Menschen sind sie gegangen:
Könige, Mönche, Kranke, Einsame, Verliebte, Sterbende.
Auch Jesus selbst hat mit Psalmen gebetet.
Wenn ich einen Psalm langsam lese, wird er manchmal zu meinem eigenen Gebet.
Die Worte sind zuerst fremd — und plötzlich ganz nah.
„Der Herr ist mein Hirte.“
„Aus der Tiefe rufe ich zu dir.“
„Meine Seele ist stille zu Gott.“
Die Psalmen wollen nicht schön klingen.
Sie wollen wahr sein.
Darum dürfen dort Tränen sein und Freude, Müdigkeit und Hoffnung.
Nichts muss versteckt werden.
Vielleicht ist das das Geheimnis der Psalmen:
Ich muss nicht erst stark oder fromm werden, um zu beten.
Ich darf kommen, wie ich bin.
Und irgendwo zwischen den alten Worten
beginnt die Seele langsam zu atmen.
Die folgende Meditation ist ein frei formulierter Gebetstext. Sie verbindet Gedanken und Bilder aus Psalm 23, Psalm 34, Psalm 51 und Psalm 139 zu einem neuen, persönlichen Psalm. Dabei wurden die biblischen Verse nicht wörtlich übernommen, sondern in eigener Sprache nachgedichtet. So entsteht ein Gebet, das die Themen Schuld und Umkehr, Angst und Vertrauen, Gottes Gegenwart im Alltag und das Wissen, dass Gott unser Herz kennt, miteinander verbindet.
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Wenn ich mein Herz vor Gott öffne
Herr, ich komme zu dir, wie ich bin. Ohne Maske, ohne Ausreden. Mit allem, was gelungen ist, und mit allem, woran ich schuldig geworden bin.
Vor dir muss ich nichts verstecken. Du kennst meine Gedanken, noch bevor ich sie selbst verstehe. Du siehst meine Freude, aber auch meine Angst und die verborgenen Winkel meines Herzens.
Darum lege ich dir mein Innerstes hin. Nimm alles in deine Hände, was dunkel geworden ist. Reinige mein Herz und schenke mir einen neuen Geist, der wieder lieben, vertrauen und hoffen kann.
Wenn die Angst mich einholt und meine Gedanken keinen Ausweg finden, erinnere mich daran, dass ich nicht allein bin. Du hörst den leisen Ruf meines Herzens, noch bevor meine Lippen Worte finden.
Sei mein Hirte im Alltag und in den dunklen Tälern. Wenn ich mich verirre, gehst du mir nach. Wenn ich falle, richtest du mich wieder auf. Wenn ich müde werde, führst du mich an Orte, an denen meine Seele neue Kraft schöpft.
Lass mich jeden Morgen neu beginnen: mit einem gereinigten Herzen, mit aufgerichtetem Blick und mit dem Vertrauen, dass deine Liebe größer ist als meine Schuld, dein Licht stärker als meine Angst und deine Treue beständiger als alle Unsicherheit.
Amen.
Das Neue Textament im Urtext
Redet zueinander in Psalmen
λαλοῦντες ἑαυτοῖς ἐν ψαλμοῖς
Epheser 5,19
Wort für Wort
λαλοῦντες (lalountes)
redend, sprechend, miteinander redend
von λαλέω = sprechen, reden
ἑαυτοῖς (heautois)
zueinander, miteinander, euch selbst
gegenseitig untereinander
ἐν (en)
in, mit
ψαλμοῖς (psalmois)
Psalmen
geistliche Liedtexte, gesungene Gebete
Wörtlich
„Miteinander redend in Psalmen“