Gott war schon da, bevor ich ihn suchte
Von Gott erkannt und begleitet
Nach Psalm 139,1–18
Herr, du kennst mich tiefer, als ich mich selbst kenne. Du siehst mein Aufstehen und mein Ruhen, meine Wege und meine Gedanken. Noch bevor ein Wort auf meinen Lippen liegt, ist es dir schon vertraut.
Du umgibst mich von allen Seiten. Deine Hand liegt schützend auf mir. Dieses Wissen ist größer als mein Verstehen. Es ist zu wunderbar, um es ganz zu begreifen.
Wohin könnte ich gehen, wo du nicht bist? Steige ich hinauf in den Himmel, so bist du da. Gehe ich hinab in die Tiefe, bist du auch dort. Selbst am äußersten Rand des Meeres hält mich deine rechte Hand.
Auch wenn Dunkelheit mich bedeckt, bleibt sie vor dir nicht dunkel. Für dich leuchtet die Nacht wie der Tag, denn Finsternis ist vor dir kein Versteck.
Du hast mich wunderbar geschaffen. Im Verborgenen hast du mein Leben bereitet. Jeder Atemzug, jeder Tag meines Weges war vor dir schon liebevoll angeschaut.
Darum staune ich über deine Gedanken. Sie sind zahlreicher als Sand am Meer. Wenn ich erwache, bist du noch immer bei mir. Herr, mein Leben ruht in deinem Blick.
Gottes Liebe erfahren, die mich geschaffen hat
Psalm 139,1–18
„Herr, du hast mich erforscht und kennst mich.“
Es tut gut, sich bewusst zu machen, dass Gott uns kennt und liebt. Sein Blick ruht nicht verurteilend auf uns, sondern voller Güte und Barmherzigkeit. Er sieht unser Leben mit all seinen Freuden, Sorgen, Stärken und Schwächen. Nichts ist ihm verborgen, und nichts kann uns von seiner Liebe trennen.
Nimm dir Zeit, einen Vers aus Psalm 139 langsam zu lesen. Lass die Worte in deinem Herzen nachklingen. Vielleicht spricht dich ein bestimmter Satz besonders an. Verweile bei diesem Vers, wiederhole ihn mehrmals und höre aufmerksam hin, was er in dir auslöst. Frage dich: Was möchte Gott mir heute durch dieses Wort sagen?
Du kannst den Vers auch auf dein eigenes Leben beziehen. Lies ihn langsam und denke dabei an deine persönliche Geschichte. Welche Erinnerungen, Erfahrungen oder Begegnungen kommen dir in den Sinn? Wo hast du Gottes Nähe, seinen Schutz oder seine Führung erfahren?
Variante
Eine weitere Möglichkeit ist, deinen Körper bewusst wahrzunehmen. Richte deine Aufmerksamkeit nacheinander auf einzelne Körperteile und danke Gott dafür. Von der Stirn über die Augen, die Ohren, die Nase und den Mund bis hin zu Händen, Füßen und dem ganzen Körper – alles ist ein Geschenk. Vieles erscheint selbstverständlich, bis es einmal schmerzt oder nicht mehr so funktioniert wie gewohnt.
Während du so auf dein Leben und deinen Körper schaust, darf Dankbarkeit wachsen. Gott hat dich gewollt, geschaffen und begleitet dich auf deinem Weg. Sein liebevoller Blick ruht auf dir – heute und an jedem Tag deines Lebens.