„Die Menschen, durch die Gott mich begleitet hat“
„Ich erinnere mich an deinen aufrichtigen Glauben,
der zuerst in deiner Großmutter Lois und in deiner Mutter
Eunike wohnte.“
Timotheus 1,5
Hörtext
Höre dir die Meditation oder Übung in Ruhe an.
Hinführung: Gott wirkt durch Menschen
Wenn wir auf unser Leben zurückblicken, denken wir oft an besondere Ereignisse: Erfolge, Krisen, Wendepunkte oder Begegnungen. Doch manchmal sind es nicht die Ereignisse selbst, die unser Leben verändert haben, sondern die Menschen, die uns auf unserem Weg begleitet haben.
Die Resilienzforschung hat gezeigt: Viele Menschen, die unter schwierigen Bedingungen aufgewachsen sind, fanden dennoch einen guten Weg ins Leben. Oft gab es einen entscheidenden Grund: Sie hatten wenigstens einen Menschen, der an sie glaubte, ihnen zuhörte und ihnen das Gefühl gab, wertvoll zu sein.
Auch die Bibel erzählt von solchen Begegnungen. Gott begegnet Menschen häufig durch andere Menschen. Durch Vertrauen, Ermutigung und Begleitung öffnet Gott neue Wege.
Vielleicht ist auch in deiner Lebensgeschichte Gottes leises Wirken verborgen: in einem Menschen, der dich gesehen, ermutigt oder gehalten hat.
„Die Menschen, durch die Gott mich begleitet hat“
Übung:
Eine Vertrauensperson in meinem Leben
Nimm dir heute einige Minuten Zeit. Setze dich ruhig hin, atme langsam und denke an Menschen, die dir in deinem Leben gutgetan haben.
- Wer hat mir in einer schwierigen Zeit Vertrauen geschenkt?
- Wer hat an mich geglaubt, als ich selbst unsicher war?
- Wer hat mir zugehört, ohne mich zu verurteilen?
- Wer hat mir Mut gemacht, meinen Weg weiterzugehen?
- Wo könnte darin Gottes Wirken in meinem Leben sichtbar geworden sein?
Schreibe einen Namen auf. Wenn du möchtest, notiere auch einen Satz:
Dieser Mensch war für mich wichtig, weil ...
Schließe die Übung mit einem kurzen Dankgebet ab:
Bibelwort: 2. Timotheus 1,5
Deutsche Übersetzung
„Ich erinnere mich an deinen aufrichtigen Glauben, der zuerst in deiner Großmutter Lois und in deiner Mutter Eunike wohnte.“
Koine-Griechisch
ὑπόμνησιν λαβὼν τῆς ἐν σοὶ ἀνυποκρίτου πίστεως, ἥτις ἐνῴκησεν πρῶτον ἐν τῇ μάμμῃ σου Λωΐδι καὶ τῇ μητρί σου Εὐνίκῃ.
Wort-für-Wort-Hilfe
- ὑπόμνησιν λαβών – Erinnerung empfangend / als ich mich erinnerte
- τῆς πίστεως – des Glaubens
- ἐν σοὶ – in dir
- ἀνυποκρίτου – ungeheuchelt, aufrichtig, echt
- ἥτις – welcher / der
- ἐνῴκησεν – wohnte, hat gewohnt
- πρῶτον – zuerst
- ἐν τῇ μάμμῃ σου – in deiner Großmutter
- Λωΐδι – Lois
- καὶ τῇ μητρί σου – und in deiner Mutter
- Εὐνίκῃ – Eunike
Kurze Deutung
Paulus erinnert Timotheus daran, dass sein Glaube nicht isoliert entstanden ist. Er wurde durch Menschen geprägt, die vor ihm glaubten: seine Großmutter Lois und seine Mutter Eunike. Der Glaube wohnte zuerst in ihnen und wurde dann auch in Timotheus lebendig.
Dieser Vers passt gut zum Thema Vertrauensperson: Gott wirkt oft durch Menschen, die uns prägen, begleiten und uns etwas Kostbares weitergeben.