Ein Blick zurück....
„Was ich heute nicht verstehe,
werde ich später erkennen.“
Johannes 13,7
Hörtext
Höre dir die Meditation oder Übung in Ruhe an.
Ein Blick zurück....
Wir sehen unser Leben oft als eine Reihe einzelner Ereignisse: Kindheit, Jugend, Entscheidungen, Begegnungen, Verluste, Neuanfänge und Zeiten der Freude.
Doch vielleicht ist unser Leben mehr als eine zufällige Abfolge von Tagen und Jahren. Vielleicht ist es eine Geschichte, in der sich Spuren Gottes entdecken lassen.
Manche Kapitel unseres Lebens sind hell und voller Dankbarkeit. Andere Kapitel sind dunkel, schwer und kaum zu verstehen. Manche Erfahrungen begreifen wir sofort, andere erst viele Jahre später.
Beim Zurückblicken können uns Fragen helfen:
Ein Zeitstrahl des Lebens lädt dazu ein, nicht nur zurückzuschauen, sondern tiefer zu sehen. Vielleicht entdecken wir dabei:
Gott war schon da, lange bevor wir ihn bemerkten.
Übung: Mein Lebensweg mit Gott
Nimm dir einige Minuten Zeit und betrachte dein Leben wie einen Zeitstrahl. Stelle dir vor, die Jahre deines Lebens liegen vor dir wie ein Weg mit vielen Stationen. Manche Erinnerungen sind hell und schön, andere schmerzhaft oder schwer zu verstehen. Versuche heute nicht, alles zu bewerten. Schaue einfach aufmerksam auf deinen Weg zurück.
Zeichne auf ein Blatt Papier eine lange Linie. Markiere darauf wichtige Stationen deines Lebens. Das können Menschen, Ereignisse, Entscheidungen, Erfolge, Krisen oder Neuanfänge sein.
Gehe anschließend die einzelnen Stationen langsam durch und stelle dir folgende Fragen:
- Wer hat mich geprägt?
- Wovon habe ich damals geträumt?
- Was habe ich verloren?
- Was habe ich gefunden?
- Wo habe ich Liebe erfahren?
- Wo habe ich Vergebung gebraucht?
- Welche Menschen waren ein Geschenk für mein Leben?
- Wofür bin ich heute dankbar?
- Wo könnte Gott in dieser Zeit gegenwärtig gewesen sein?
Vielleicht wirst du feststellen, dass manche Ereignisse erst im Rückblick ihren Sinn erkennen lassen. Manche Türen mussten sich schließen, damit sich andere öffnen konnten. Manche Menschen kamen nur für eine kurze Zeit in dein Leben und hinterließen dennoch bleibende Spuren.
Schaue am Ende noch einmal auf deinen Zeitstrahl. Versuche nicht, alles zu verstehen. Frage stattdessen:
Wo entdecke ich heute Spuren von Gottes Führung, Bewahrung oder Liebe?
Schließe die Übung mit einem kurzen Dankgebet ab. Danke Gott für die hellen und die dunklen Kapitel deines Lebens. Vielleicht erkennst du dabei:
Gott war schon da, lange bevor ich ihn bemerkte.
ὃ ἐγὼ ποιῶ σὺ οὐκ οἶδας ἄρτι,
γνώσῃ δὲ μετὰ ταῦτα.
Johannes 13,7
Was ich tue, verstehst du jetzt nicht;
du wirst es aber später erkennen.
Worterklärungen
ὃ = was / das, was
ἐγὼ = ich
ποιῶ = ich tue / ich mache
σὺ = du
οὐκ = nicht
οἶδας = du weißt / du verstehst
ἄρτι = jetzt / im Augenblick
γνώσῃ = du wirst erkennen / du wirst verstehen
δὲ = aber
μετὰ ταῦτα = danach / später
Merksatz:
Manches verstehen wir nicht sofort. Aber im Rückblick kann Gott uns zeigen,
dass er schon damals in unserem Leben gegenwärtig war.