Wochenrückblick: Mich annehmen, wie ich vor Gott bin
„Ich danke dir dafür, dass ich erstaunlich und wunderbar gemacht bin. Wunderbar sind deine Werke; das erkennt meine Seele.“
Psalm 139,14
In dieser Woche ging es nicht darum, ein besserer oder vollkommenerer Mensch zu werden. Es ging darum, mich selbst bewusster wahrzunehmen und mich mit meinem ganzen Leben vor Gott zu stellen. Mein Körper, meine Gefühle, meine Geschichte, meine Gaben, meine Grenzen und meine Persönlichkeit gehören zu mir. Nichts davon muss ich vor Gott verbergen.
Selbstannahme bedeutet nicht, dass alles bleiben muss, wie es ist. Gott darf mich verändern, heilen und führen. Aber Veränderung beginnt nicht mit Selbstverachtung. Sie beginnt dort, wo ich ehrlich sagen kann: „Hier bin ich, Gott.“
Die sieben Schritte dieser Woche
Mein Körper ist nicht nur etwas, das funktionieren oder bestimmten Vorstellungen entsprechen muss. Er gehört zu meinem Leben und ist Teil meiner von Gott gegebenen Wirklichkeit.
Freude, Angst, Trauer, Ärger oder Unsicherheit dürfen vor Gott ausgesprochen werden. Ich muss meine Gefühle nicht verstecken, um angenommen zu sein.
Meine Vergangenheit hat mich geprägt. Schönes und Schweres gehören zu meiner Geschichte. Ich darf sie anschauen, ohne dass sie allein bestimmt, wer ich heute bin.
Ich darf das Gute an mir sehen. Begabungen und Fähigkeiten anzunehmen ist keine Überheblichkeit, sondern Dankbarkeit für das, was Gott mir anvertraut hat.
Ich muss nicht vollkommen sein. Manche Dinge dürfen sich verändern, andere muss ich tragen lernen. Gottes Gnade wird gerade dort wichtig, wo meine eigene Kraft nicht ausreicht.
Ich muss nicht so sein wie andere. Mein Temperament, meine Art zu denken, zu fühlen und zu handeln dürfen ihren eigenen Platz haben. Ich darf ich sein.
Am Ende steht kein perfektes Selbstbild, sondern ein ehrliches Gebet: Ich komme zu Gott mit allem, was zu mir gehört, und vertraue mich ihm an.
Wochenübung – Alles vor Gott bringen
Nimm dir einige Minuten Zeit. Gehe die sieben Themen der Woche langsam noch einmal durch. Frage dich bei jedem Punkt: Was konnte ich leichter annehmen? Was fällt mir weiterhin schwer?
Du musst darauf keine schnelle Antwort finden. Bleibe einen Moment still und bringe das, was in dir auftaucht, einfach vor Gott.
„Gott, hier bin ich – mit meinem Körper, meinen Gefühlen, meiner Geschichte, meinen Gaben, meinen Grenzen und meiner Persönlichkeit. Danke, dass ich mich vor dir nicht verstellen muss. Zeige mir, was ich annehmen darf, was heil werden soll und welchen nächsten Schritt du mit mir gehen möchtest.“
Kernsatz der Woche: „Ich muss vor Gott kein anderer Mensch werden, um geliebt zu sein. Ich darf mich ihm so anvertrauen, wie ich bin.“
Zum Mitnehmen
Selbstannahme wächst oft langsam. Vielleicht ist in dieser Woche nur ein kleiner Gedanke klarer geworden oder ein Bereich meines Lebens etwas leichter anzusehen. Auch das ist ein Schritt. Gottes Blick auf mich beginnt nicht bei meinen Fehlern, sondern bei seiner Liebe.
Ich darf weiterlernen, mich mit seinen Augen zu sehen: ehrlich, barmherzig und hoffnungsvoll.